Sexsucht Reportage: “Sexsüchtig – Wenn Frauen immer nur das Eine wollen”

sexsucht reportage kamera mit weltkugelSexsucht ist immer wieder in den Medien präsent, diese Sexsucht Reportage soll nun in einigen Punkten Klarheit verschaffen. Doch so viel sei schon mal gesagt, wirklich gelungen ist es den Verantwortlichen nicht. Stattdessen haben die Zuschauer teilweise eher das Gefühl in einem Softporno gelandet zu sein oder in einem philosophischen Diskurs über Süchte.

Es stimmt zwar, dass der Name dieser Sexsucht Reportage lautet “Wenn Frauen immer nur das Eine wollen”, aber muss das wirklich der Fall sein? Selbst während der einstündigen auf 3Sat in Deutschland ausgestrahlten Dokumentation vor allem vier Frauen von ihrer Sucht berichten. Die Realität sieht immer noch anders aus. Vermutlich sind nur 25 % der Sexsüchtigen Nymphomanen. Der Rest ist männlich. Männer tauchen aber kaum auf. Wenn dann nur in ihrer Rolle als Sexobjekt oder in der Rolle des Theoretikers.

Diese Sexsucht Reportage sorgt für Unverständnis

Wer genau zuhört hat in dieser Reportage schnell das Gefühl, dass die Macher verschiedene Bereiche unter einen Hut bekommen wollten. Einerseits wollten sie nicht darauf verzichten bestimmte Vorurteile zu befriedigen. Darunter die nymphomanische Frau, die sich ihrer Sexsucht voll bewusst ist und die sie mit allen Sinnen auslebt. Bei zwei der vier Protagonistinnen wird genau dieses Klischee bedient. Sie erzählen von ihren Abenteuern und wie sie diese genießen.

Andererseits kommen noch zwei weitere Frauen zu wort. Und auch wenn es in der Ankündigung lautet: “Es kommen vier Frauen zu Wort, deren Leben sich nur um Sex dreht” zeigt der Film etwas anderes. Zwei der Interviewten haben die Sexsucht nämlich überwunden. Hier hätte sich die Chance geboten tiefer darauf einzugehen wie es ihnen gelungen ist. Doch stattdessen steht wieder die Sucht im Vordergrund. Allerdings in diesem Fall die eher negativen Seiten.

Immer mal wieder blitzt der Diskurs über die Sexsucht auf. Wenn es darum geht um was für eine Art Sucht es sich handelt oder darum wen man überhaupt als sexsüchtig bezeichnen kann. Auch die Frage wird aufgegriffen warum jemand überhaupt dieser Sucht verfällt. Und das häufig mangelnde Liebe, fehlendes Selbstbewusstsein oder der Missbrauch ein Grund dafür sind.

Warum werden Frauen sexsüchtig?

Da es in dieser Reportage nur um Frauen geht, wurde natürlich vor allem geklärt warum diese Sexsüchtig sind. Oder besser gesagt warum sie tun was sie tun. Männer kommen dagegen maximal als Arzt oder Therapeut zu Wort. Bei einer der Frauen auch als Ehemann oder Regisseur von Pornos. Was sehr schade ist, denn das Thema Sexsucht kann nicht ohne auch von sexsüchtigen Männern zu sprechen beleuchtet werden. Sie machen einfach die Mehrheit aus.

Interessant wird diese Sexsucht Reportage immer wenn die Frauen davon sprechen warum sie sich so verhalten. Wenn es darum geht warum sie mit jemandem ins Bett steigen zum Beispiel. So erzählt eine von der Aufmerksamkeit aber gleichzeitig auch von der Macht und der Kontrolle über die Kerle mit denen sie im Bett war. Eine andere schwärmt von der Bewunderung wenn sie nackt ist und wie sie sich nach der Erregung der Männer sehnt. Auch der Wunsch nach Liebe und die Verwechslung von Sex und Gefühlen spielt eine wichtige Rolle.

Doch wurden diese Themen immer nur oberflächlich angesprochen. Die Reportage geht wenn es um das Leben der Frauen geht viel zu wenig in die Tiefe. Und so wirkt alles nicht sehr persönlich. Das die Hintergründe der Sexsucht nicht komplett in einer TV Dokumentation beleuchtet werden können sollte klar sein. Aber zumindest bei den Protagonisten wäre das Möglich gewesen.

Kritik an der 3Sat Sexsucht Reportage: “Sexsüchtig – Wenn Frauen immer nur das Eine wollen”

Diese Dokumentation über Sexsucht wurde nicht von 3Sat selbst produziert. Dafür war der britische Discovery Channel verantwortlich. Die Kritik gilt aber nicht der Qualität oder der Leistung, sondern richtet sich vor allem gegen die Auswahl an mitwirkenden Personen. Einmal wäre es besser gewesen auch sexsüchtige Männer zu Wort kommen zu lassen. Aber zum anderen waren zwei der vier Betroffenen in der Sexbranche tätig. Eine arbeitete als Stripperin und zog sich vor Internetkameras aus, die andere drehte Porno Filme.

Natürlich können diese Jobs eine Auswirkung der Sexsucht sein. Aber wie ehrlich wird jemand von seiner Sucht reden wenn er in der Öffentlichkeit ein bestimmtes Bild verkörpert. Und dieses Bild ist häufig jenes von Nymphomaninnen! Von Frauen die gerne Sex mit wechselnden Partnern haben, ihre extremen Sehnsüchte ausleben usw.

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