Sexsucht Ratgeber

Sexsucht | Erotisches Verlangen als Stressventil oder Begleiterscheinung einer Depression

Wenn die schönste Nebensache der Welt zur Sucht wird, wird Abstinenz zur Qual und führt neben der körperlichen auch zur seelischen Unzufriedenheit. Sexsucht und Depression stehen eng beieinander und treten oftmals zusammen auf. Wann wird Verlangen zur Sucht und welche Auslöser gibt es?

Vor der Sucht kommt die Depression

Sexsucht

Wie bei jeder Sucht gibt es auch bei der Sexsucht eine Ursache, die tief in der Vergangenheit liegt und überhaupt keinen Kontext zu Ihrem erotischen Leben herstellen muss. Die Nymphomanie – wie die Sexsucht im Fachjargon heißt, ist eine Umlenkung von Defiziten oder von Stress und Leidensdruck. Auch Burnout und andere Ursachen können in diesen Teufelskreis führen und dazu beitragen, dass sich der ganze Alltag nur noch um die Stillung des unbändigen und nicht mehr kontrollierbaren Verlangens dreht. Die meisten Sexsüchtigen leiden unter schweren Depressionen, die sich oftmals im manisch-depressiven Bereich ansiedeln. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt reicht die Palette der Emotionen, mit denen Sie als manisch-depressiver Sexsüchtiger jeden Tag kämpfen.

Ist Ihr Verlangen gestillt, scheint die Depression für einen kurzen Zeitraum nicht mehr zu existieren. Doch der Schein trügt, denn Sie befinden sich in der manischen Phase und zehren vom Serotonin, das beim Sex ausgeschüttet wurde. Sexsucht basiert auf den gleichen Hirnströmungen wie Alkohol- und Drogensucht. Im Konkreten heißt das, dass die Lust nicht körperlich, sondern mental entsteht und einen Ausgleich zu Ihrer Depression darstellt. In vielen Fällen entwickelt sich eine Sexsucht langsam und schleichend, wodurch sie im Anfangsstadium nicht präzise wahrgenommen wird. Dabei sollten Sie wissen, dass eine vermehrte körperliche Lust nichts mit einer Sucht zu tun hat und in keinem Zusammenhang mit der Erkrankung Sexsucht steht.

Es gibt ebenso viel asexuelle wie nymphomane Menschen, die nicht depressiv sind. Ob es sich um eine Suchterkrankung oder nur um einen gesteigerten Sexualtrieb handelt, finden Sie bei einer Rückschau in die Vergangenheit und durch die Reflexion Ihres Verhaltens und die Auslöser heraus.

Da die Sexsucht als Erkrankung auf einer Depression basiert, verschwinden die Symptome und Ihr grenzenloses Verlangen in dem Moment, in dem Sie die Vorerkrankung / Begleiterkrankung behandeln und sich erfolgreich gegen Depressionen wehren. Eine psychologische Betreuung ist notwendig, da Depressionen nicht von selbst verschwinden und in keinem Fall unterschätzt werden sollten. Die Therapie dient vor allem dazu, auf Ursachenforschung zu gehen und dadurch den Ursprung zu erkennen und an diesem Punkt anzusetzen.

Der Fokus liegt auf den Ursachen, nicht auf den Begleiterscheinungen

Um effektiv gegen die Sexsucht vorzugehen, müssen Sie den Fokus auf die Ursachen lenken. Das heißt, Sie müssen in Erfahrung bringen, wann Ihre Sucht begann und worin der Auslöser liegt. Das ist nicht einfach und ohne professionelle Hilfe in der Regel nicht zu bewerkstelligen. Vor allem wenn Sie unter einer Depression leiden, fällt die Ursachenfindung oft schwer und ist nicht in der Gegenwart, sondern in dem Vergangenen zu suchen. Viele Menschen gehen davon aus, dass ein sexuelles Erlebnis mit traumatischer Erfahrung, zum Beispiel ein Missbrauch in der Kindheit oder eine Vergewaltigung hinter der Sexsucht stecken. Doch in vielen Fällen zeigt sich, dass es keinerlei sexuellen Auslöser gibt und die Ursachen auf einem ganz anderen Trauma basieren.

Fehlende Liebe in der Kindheit, ein strenger Vater, hoher Leistungsdruck und damit verbundener Selbsthass können als Ursache in Frage kommen. Der Sexsüchtige liebt sich nicht etwa selbst oder findet sich attraktiv. Das Gegenteil ist der Fall und die grenzenlose unkontrollierbare Lust nach körperlicher Zuneigung soll von den traurigen Gedanken und dem emotionslosen Leben ablenken. Um erfolgreich gegen Sexsucht vorzugehen und das Leben nicht länger im Strudel des Verlangens und den damit verbundenen Einschränkungen und Risiken zu verbringen, gilt es, die Depression zu behandeln und die Ursachen für den Lustausbruch einzudämmen.

Spüren Sie unter Stress einen enormen Druck, den Sie mit Cybersex, Telefonsex oder wechselnden Partnern ausgleichen, lösen Sie sich vom Stress. Reagieren Sie bei körperlicher Überanstrengung oder aus Nervosität hypersexuell, bekämpfen Sie die Ursachen und wehren sich gegen die Auslöser, die Sie nervös machen oder zu stark belasten. In allen Fällen gilt: Wenn Sie die Ursachen beheben und professionelle Hilfe zur Bekämpfung Ihrer Depression in Anspruch nehmen, löst sich die Sexsucht von selbst.

Übersteigertes Verlangen gefährdet die Partnerschaft und den Beruf

Sie führen eine glückliche Beziehung, haben eine Familie und sind erfolgreich im Beruf? Dann kann Sexsucht zu einer Gefährdung Ihrer Existenz führen und Ihr Leben nachhaltig beeinflussen. Wie bei jeder anderen Sucht können Sie sich nicht aussuchen, wann Sie das Verlangen überkommt und wo Sie sich zu diesem Zeitpunkt befinden. Seitensprünge auf körperlicher oder sprachlicher Basis, zum Beispiel beim Telefonsex, häufige Selbstbefriedigung und die damit verbundene Unlust auf körperliche Liebe mit der Partnerin gefährden Ihre Beziehung. Selbst am Arbeitsplatz können Sie das Verlangen nicht unterdrücken und bringen Ihren Job in Gefahr, wenn Sie sich auf dem Firmencomputer Pornos ansehen oder im Sexchat über Ihr Handy Kontakt zum anderen Geschlecht aufnehmen. Bahnt sich ein Schub des Verlangens an und Sie können ihn nicht befriedigen, verfallen Sie in die Depression.

Wie Sie es also anpacken, Ihre Beziehung und der Beruf stehen bei einer Sexsucht auf dem Spiel. Betroffenen fällt es schwer, sich der Partnerin / dem Partner oder einem Psychologen anzuvertrauen. Schon das Gespräch über eine Depression ist mit großer Überwindung verbunden und wird daher oftmals auf die lange Bank geschoben. Bei der Sexsucht ist es noch schlimmer, denn der Faktor der Scham kommt hinzu. Außerdem machen Sie sich Gedanken darüber, wie Ihre Mitmenschen nach dem Gespräch über Sie denken. Wird Ihre Partnerin die Sexsucht als Erkrankung erkennen oder werden Sie verlassen? In einer Beziehung führt die Sexsucht sehr häufig zur Trennung, was zum Einen am Betrug des Lebenspartners, zum anderen aber auch an der Unvorstellbarkeit, dass Sie erkrankt sind, liegt.

Was können Sie also tun, wenn Sie dem Kreislauf entkommen und Ihre Existenz retten möchten? Vertrauen Sie sich einem Psychologen an und nutzen die Therapie, um die Ursache Ihrer Sexsucht zu behandeln und aus der Depression zu kommen.

Sex ist kein Ventil für Unzufriedenheit im Leben

Der Kick und der kurze Moment der Freude entschädigen nicht für das Leiden, dass Sexsüchtige kurz nach ihrem Ausbruch aus dem Alltag einholt. Wenn Sie zum Beispiel auf enormen Stress mit purem Verlangen reagieren, verlieren Sie den Blick auf das Wesentliche und werden im Beruf scheitern. Sind Sie depressiv und gehen davon aus, dass sexuelle Abenteuer für Glück und Ausgeglichenheit sorgen, werden Sie ebenfalls enttäuscht. Kurz nach dem Erlebnis befinden Sie sich in der gleichen emotionalen Position wie vorher, nur dass nun – bei in Partnerschaft lebenden Sexsüchtigen – das schlechte Gewissen hinzu kommt. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Sie ein ernsthaftes und therapiebedürftiges Problem haben. Sie sind kein notorischer Fremdgänger, der den Kick in fremden Betten sucht und damit sein Selbstbewusstsein pushen möchte.

Sie leiden unter einer Erkrankung, die heilbar und in regulierbare Bahnen zu lenken ist. Da die Sexsucht in der Regel mit einer Depression einhergeht, steht dieses Problem im Vordergrund. Welche Ursache zur Depression führte und wie lange Sie schon in der regelmäßig wiederkehrenden Dunkelheit leben, wird in psychologischen Gesprächen deutlich. Die meisten Betroffenen können sich gar nicht mehr an den Beginn erinnern da die Krankheit schleichend kommt und lange Zeit nicht erkannt wird. Auch die Familie merkt es nur selten, da Sie sich in depressiven Phasen vergraben oder von Problemen auf der Arbeit erzählen. Eine Depression äußert sich für Ihre Mitmenschen oftmals nur als schlechte Laune, sodass Sie nicht darauf angesprochen werden.

Auch bei einer Sexsucht ist das Verständnis gering, da die Erkrankung viel zu wenig bekannt und thematisiert ist. Viele notorische Ehebrecher und Seitenspringer tun das nicht, weil sie die Partnerin nicht mehr lieben und sich keine Gedanken über die Konsequenzen machen. Sie sind krank und können den Trieb nicht kontrollieren, geraten in einen Strudel und finden ohne externe Hilfe keinen Ausweg. Wenn Sie an einer Depression mit Sexsucht als Begleiterscheinung leiden, handeln Sie schnell und suchen sich therapeutische Hilfe bei einem erfahrenen Psychologen.